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KI · Sichtbarkeit verstehen

Wie Ihr Unternehmen in ChatGPT und anderen KI-Suchen sichtbar wird

Welche Inhalte KI-Suchen finden können, wie Sie den technischen Zugriff prüfen und was Erwähnungen für Ihr Unternehmen aussagen. Mit Beispielen, Tabellen und einer Checkliste.

Veröffentlicht am

Eine Website mit klaren Antworten ist mit einer schematischen KI-Antwort und deren Quellenlinks verbunden.
Klare Informationen und zugängliche Inhalte bilden die Grundlage. Ob eine KI-Suche Ihre Website nennt, entscheidet das jeweilige System.

Wer nach einem passenden Anbieter sucht, kann seine Anforderungen auch direkt in einer KI-Suche beschreiben. Statt einzelner Suchbegriffe steht dort beispielsweise: „Welcher Fertigungsbetrieb verarbeitet Aluminium in kleinen Stückzahlen und unterstützt bei der Konstruktion?“ Für Unternehmen stellt sich damit eine zusätzliche Frage: Sind die Informationen, die für eine solche Auswahl wichtig sind, auf der eigenen Website überhaupt zu finden?

Sichtbarkeit in ChatGPT und anderen KI-Suchen beginnt mit einer zugänglichen Website und nachvollziehbaren Inhalten. Dieser Ratgeber zeigt, welche Grundlagen Sie prüfen können, wie Sie passende Themen auswählen und wie sich Ergebnisse beobachten lassen. Eine bestimmte Nennung lässt sich damit nicht garantieren.

Was Sichtbarkeit in der KI-Suche bedeutet

Für die Planung Ihrer Inhalte lohnt sich eine Unterscheidung:

Erwähnung, Quellenlink und Besuch unterscheiden
Form der SichtbarkeitBeispiel
Erwähnung des UnternehmensEine Antwort nennt Ihren Betrieb als möglichen Anbieter.
Verwendung als QuelleEin Ratgeber Ihrer Website wird zur Erklärung eines Themas verlinkt.
Besuch auf Ihrer WebsiteEin Nutzer folgt dem Quellenlink und liest auf Ihrer Seite weiter.

Diese Ergebnisse sind getrennt zu bewerten. Ein verlinkter Fachartikel ist noch keine Anbieterempfehlung. Eine Erwähnung bedeutet außerdem nicht automatisch, dass jemand Ihre Website besucht oder eine Anfrage stellt.

Für Maßnahmen rund um die Sichtbarkeit in generierten Antworten wird häufig der Begriff Generative Engine Optimization, kurz GEO, verwendet. Er beschreibt das Optimierungsziel. Eine einheitliche Anleitung für alle KI-Systeme lässt sich daraus nicht ableiten.

Für Google ist der Zusammenhang mit der klassischen Suchmaschinenoptimierung klar: Laut den Hinweisen zu KI-Funktionen in der Suche bleiben die bestehenden SEO-Grundlagen relevant. Für AI Overviews und den AI Mode sind keine besonderen zusätzlichen Optimierungen erforderlich.

Mit konkreten Kundenfragen beginnen

Die Frage „Warum nennt ChatGPT unser Unternehmen nicht?“ ist für die redaktionelle Arbeit zu allgemein. Legen Sie zunächst fest, bei welchen Themen Ihr Unternehmen tatsächlich eine hilfreiche Antwort liefern kann.

Ein fiktiver Fertigungsbetrieb könnte diese Fragen sammeln:

Kundenfragen und die benötigten Informationen
Frage eines InteressentenBenötigte Informationen
Welches Material eignet sich für mein Bauteil?Eigenschaften, Einsatzbedingungen und Grenzen der verfügbaren Werkstoffe
Welche Daten brauche ich für eine Fertigungsanfrage?Geeignete Dateiformate, Zeichnungen und erforderliche Zusatzangaben
Wovon hängen die Kosten einer Kleinserie ab?Einfluss von Stückzahl, Material, Geometrie und Vorbereitung
Übernimmt der Betrieb auch die Konstruktion?Konkreter Leistungsumfang und Zuständigkeiten

Beginnen Sie mit Fragen aus Beratungsgesprächen, E-Mails und dem Vertrieb. Eine Keyword-Recherche ergänzt diese Sammlung um gebräuchliche Suchbegriffe und verwandte Themen.

Ordnen Sie anschließend jede Frage einer vorhandenen oder geplanten Seite zu. Eine Erklärung zu Kostenfaktoren passt in einen Ratgeber. Welche Arbeiten Ihr Betrieb übernimmt, gehört auf die entsprechende Leistungsseite. So entsteht für jedes Thema ein nachvollziehbarer Platz auf der Website.

Informationen für eine fundierte Entscheidung bereitstellen

Allgemeine Aussagen lassen wichtige Fragen offen. „Wir bieten individuelle Lösungen in höchster Qualität“ verrät beispielsweise wenig über Materialien, Stückzahlen oder den Ablauf einer Anfrage.

Für unseren fiktiven Betrieb wäre diese Beschreibung konkreter:

Wir fertigen Aluminiumbauteile als Einzelstücke und Kleinserien. Für die Prüfung einer Anfrage benötigen wir eine technische Zeichnung, die gewünschte Stückzahl und Angaben zum Einsatzbereich. Falls noch keine fertigen Konstruktionsdaten vorliegen, klären wir den zusätzlichen Aufwand vor der Angebotserstellung.

Der Text beschreibt das Angebot und den nächsten Arbeitsschritt. Leser können damit besser einschätzen, ob ihr Anliegen zum Betrieb passt. Verwenden Sie solche Angaben selbstverständlich nur, wenn sie tatsächlich zutreffen.

Prüfen Sie Ihre wichtigsten Seiten mit einer einfachen Gegenfrage: Welche Information müsste ein Interessent noch telefonisch erfragen, um das Angebot grundsätzlich einordnen zu können?

Daraus ergeben sich häufig sinnvolle Ergänzungen zu Voraussetzungen, Leistungsumfang, Zeitplanung oder Ausschlüssen. Im Content-Marketing können diese Fragen die Grundlage für weitere Ratgeber bilden.

Fachwissen und Quellen nachvollziehbar machen

Ein hilfreicher Fachartikel erklärt, wie seine Aussagen zustande kommen. Wer einen Werkstoffvergleich veröffentlicht, sollte die verwendeten Kriterien benennen. Wer Kosten beschreibt, sollte die Annahmen der Kalkulation offenlegen.

Google empfiehlt bei der Bewertung hilfreicher Inhalte, unter anderem auf eigene Informationen, erkennbare Fachkenntnis und klare Quellen zu achten. Auch die Frage, wer einen Inhalt erstellt oder fachlich geprüft hat, gehört dazu.

Für den Fertigungsbetrieb könnte das bedeuten: Ein Mitarbeiter aus der Arbeitsvorbereitung prüft den Kostenratgeber. Ein anonymisiertes Beispiel zeigt, welche Angaben für eine Kalkulation benötigt wurden und welche zunächst fehlten.

Kennzeichnen Sie erfundene Beispiele ausdrücklich. Bei tatsächlichen Projekten sollte erkennbar sein, auf welchen Fall sich eine Aussage bezieht. Ein Ergebnis aus einem einzelnen Auftrag lässt sich nicht ohne Weiteres auf alle Aufträge übertragen.

Diese Angaben machen Inhalte überprüfbar. Ob eine bestimmte KI-Suche sie anschließend verwendet, entscheidet weiterhin das jeweilige System.

Die technische Zugänglichkeit der Website prüfen

Ein gut geschriebener Text hilft wenig, wenn der betreffende Dienst die Seite nicht abrufen kann. Prüfen Sie deshalb, ob Ihre wichtigsten Inhalte öffentlich erreichbar sind und ob Suchdienste auf sie zugreifen dürfen.

Für eine erste Bestandsaufnahme eignen sich diese Fragen:

  • Lädt die Seite zuverlässig ohne Anmeldung?
  • Sind die wesentlichen Informationen als Text vorhanden?
  • Ist die Seite über passende Links auf der Website erreichbar?
  • Verhindern Einstellungen versehentlich ihre Aufnahme in Suchergebnisse?
  • Blockiert eine Sicherheitslösung die gewünschten Suchdienste?

Für Google lässt sich die ausgelieferte Seite mit der URL-Prüfung in der Search Console untersuchen. Der SEO-Startleitfaden erklärt diesen Prüfweg. Das Ergebnis beschreibt Googles Zugriff; andere Dienste müssen gegebenenfalls gesondert geprüft werden.

Bei einer WordPress-Website gehören dazu die Einstellungen des Systems sowie der eingesetzten SEO- und Sicherheitsplugins. Entscheidend ist die tatsächlich ausgelieferte Seite.

Für die Aufnahme als Quellenlink in Googles AI Overviews oder AI Mode muss eine Seite laut Googles Dokumentation indexiert sein und mit einem Snippet in der Suche erscheinen dürfen. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen garantiert keine Anzeige.

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KI-Suche und Modelltraining getrennt betrachten

Bei der Freigabe automatisierter Zugriffe kommt es auf deren Zweck an. Ein Suchdienst ruft Informationen für seine Suche ab. Ein anderer Crawler kann Inhalte für das Training von Modellen erfassen.

OpenAI unterscheidet in seiner Dokumentation zu Webcrawlern unter anderem:

OpenAI-Crawler: Suche und Training getrennt betrachten
CrawlerBeschriebener Zweck
OAI-SearchBotAuffinden von Websites für die Suchfunktionen in ChatGPT
GPTBotErfassung von Inhalten, die für das Training generativer Modelle verwendet werden können

Die Einstellungen lassen sich unabhängig voneinander steuern. Eine Website kann den OAI-SearchBot zulassen und den GPTBot ausschließen. Für die gewünschte Auffindbarkeit müssen gegebenenfalls auch Firewall-Regeln zu den veröffentlichten IP-Bereichen passen.

Perplexity beschreibt seinen PerplexityBot ebenfalls als Crawler für Suchergebnisse und Links. Laut Anbieter dient er nicht dem Training von Basismodellen.

Lassen Sie bestehende Regeln gezielt auf den gewünschten Zweck prüfen. Eine pauschale Sperre aller als KI erkannten Bots kann auch Zugriffe betreffen, die Sie für die Suche eigentlich erlauben möchten.

Zwei getrennte Zugriffe auf eine Website: OAI-SearchBot für die Suche und GPTBot für mögliches Modelltraining.
Suchzugriff und Modelltraining haben unterschiedliche Zwecke. Die Regeln für OAI-SearchBot und GPTBot werden getrennt festgelegt.

Welche Rolle llms.txt und strukturierte Daten spielen

Im Zusammenhang mit KI-Sichtbarkeit wird häufig die Datei llms.txt genannt. Die Projektbeschreibung stellt sie als Vorschlag vor, um Hintergrundinformationen und weiterführende Inhalte für Sprachmodelle bereitzustellen. Allein das Anlegen der Datei belegt keinen Nutzen für die Sichtbarkeit.

Google erklärt in den Hinweisen zu KI-Funktionen ausdrücklich, dass für seine KI-Suchfunktionen keine zusätzlichen KI-Textdateien oder speziellen strukturierten Daten erforderlich sind. Vorhandene strukturierte Daten sollen mit dem sichtbaren Seiteninhalt übereinstimmen.

Für Ihre Planung bietet sich deshalb diese Reihenfolge an: zunächst fehlende Informationen ergänzen und Zugriffsprobleme lösen; anschließend zusätzliche technische Formate anhand eines konkreten Anwendungsfalls bewerten.

Sichtbarkeit und Ergebnisse getrennt auswerten

Für einen ersten Überblick können Sie eine kleine Auswahl relevanter Fragen regelmäßig in den gewünschten KI-Suchen prüfen. Diese Stichprobe dient der Beobachtung und bildet nicht die gesamte Sichtbarkeit ab.

Ein praktikabler Ablauf:

  1. Wählen Sie beispielsweise zehn Fragen aus Ihrer tatsächlichen Kundenberatung.
  2. Prüfen Sie dieselben Fragen in den ausgewählten Diensten und dokumentieren Sie, ob die Websuche verwendet wurde.
  3. Notieren Sie Datum, genaue Frage, Dienst und sichtbare Quellenlinks.
  4. Halten Sie fest, ob Ihr Unternehmen erwähnt wird und ob die Darstellung sachlich richtig ist.
  5. Dokumentieren Sie zwischen den Prüfungen vorgenommene Änderungen an Ihrer Website.

Betrachten Sie Ergebnisse über mehrere Durchläufe. Eine einzelne Antwort liefert keinen belastbaren Nachweis dafür, dass eine Änderung die Sichtbarkeit verbessert oder verschlechtert hat.

Ergänzend hilft eine Webanalyse, soweit zuordenbare Besuche und anschließende Handlungen zu erfassen. Die unterschiedlichen Beobachtungen beantworten unterschiedliche Fragen:

KI-Sichtbarkeit beobachten: Aussage und Grenzen
BeobachtungAussage und Grenze
Das Unternehmen erscheint in einer geprüften Antwort.Belegt die Erwähnung in diesem konkreten Durchlauf.
Ein Quellenlink führt auf Ihre Website.Zeigt, welche Seite in dieser Antwort als Quelle angeboten wird.
Ein Besuch wird einem KI-Dienst zugeordnet.Erfasst einen zuordenbaren Zugriff, nicht alle Erwähnungen ohne Klick.
Aus einem zugeordneten Besuch entsteht eine Anfrage.Zeigt eine messbare Handlung; frühere Kontakte können trotzdem mitgewirkt haben.

Google erfasst Zugriffe aus seinen KI-Suchfunktionen laut eigener Dokumentation im Leistungsbericht der Search Console unter dem Suchtyp „Web“. Diese Zahlen sollten Sie zusammen mit den Ergebnissen auf Ihrer Website betrachten.

Wenn Besucher ankommen, aber wichtige Informationen nicht finden oder Formulare abbrechen, betrifft das die Conversion-Optimierung. Eine häufigere Nennung allein löst solche Probleme nicht.

Vier getrennte Beobachtungen: Erwähnung, Quellenlink, Website-Besuch und Anfrage.
Eine Erwähnung ist noch kein Besuch, ein Besuch noch keine Anfrage. Dokumentieren Sie die einzelnen Beobachtungen getrennt.

Checkliste für die erste Überarbeitung

Prüfen Sie für eine wichtige Leistung und die zugehörigen Inhalte:

  • Sind die Fragen bekannt, die Interessenten vor einer Anfrage stellen?
  • Beschreibt die Leistungsseite konkret, für wen das Angebot geeignet ist?
  • Werden Voraussetzungen, Grenzen und Abläufe verständlich erklärt?
  • Sind Beispiele, Fachprüfung und Quellen nachvollziehbar?
  • Können die gewünschten Suchdienste auf die Inhalte zugreifen?
  • Sind Regeln für Suchzugriffe und Modelltraining getrennt geprüft?
  • Führen passende interne Links zu weiterführenden Informationen?
  • Werden Erwähnungen, Website-Besuche und Anfragen getrennt beobachtet?

Beginnen Sie mit einer Leistungsseite und einem passenden Ratgeber. Notieren Sie die fehlenden Informationen, ergänzen Sie diese und halten Sie das Änderungsdatum fest. Damit schaffen Sie eine überschaubare Grundlage, auf der Sie die Inhalte weiterentwickeln und spätere Beobachtungen einordnen können.

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